Anno Domini 1998




Nördlich von Keel, am Fuße des Mount Slievemore stößt man auf ein trauriges Relikt der Great Famine, den Geisterort Slievemore oder auch einfach "deserted village" genannt.

1845-1847 vernichtete Mehltau die irische Kartoffelernte. Eine katastrophale Hungersnot war die Folge, denn Kartoffeln waren das Hauptnahrungsmittel der ländlichen Bevölkerung.

Halbherzige Hilfsversuche seitens der englischen Regierung führten zu nichts.

Nach Schätzungen starben etwa eine Millionen Iren an Hunger oder an den sich anschließenden Typhus-, Ruhr- und Choleraepidemien. Hunderttausende verließen das verwüstete Land, bestiegen Schiffe und emigrierten nach England, Australien und Amerika.

Die Great Famines, die großen Hungersnöte, führten zur wohl tragischsten Auswanderungswelle Irlands im 19. Jahrhundert.

Die Bevölkerung, die 1847-1857 von 8 auf 6,5 Millionen Einwohner schrumpfte, blutete aus; die Flut der Emigranten wuchs: Zwischen 1801 und 1921 verließen Hunderttausende von Iren ihre Heimat.

Der Großgrundbesitz wurde zerstört, ohne daß sich dadurch das Los der ausgebeuteten Bauern verbessert hätte.

Die Einwohnerzahl Irlands ist bis heute nicht wieder auf die ursprüngliche Zahl angewachsen. Kein anderes Land Europas hat heute weniger Bewohner als im 19. Jh. - das gibt es nur in Irland.



Das Dorf wurde aufgegeben. Wer noch laufen konnte, wanderte aus.
Die Häuser verfielen im Laufe der Zeit. Heute stehen nur noch Mauerreste von dem einst weitläufig gebauten Dorf.